Super Game Boy

Lange Zeit träumten viele Game Boy-Spieler davon, ihre Titel in voller Grösse am TV-Bildschirm zocken zu können. Das Spielen auf dem Handheld war durch den beim Scrolling leider relativ rasch verschwimmenden Bildschirm nicht immer ganz einfach, und auch Kratzer trübten leicht den Spielspass. 1994 wurden die zahlreichen Rufe der Videospielgemeinde von Nintendo endlich erhört, und man präsentierte mit dem „Super Game Boy“ einen Adapter für die 16-Bit Konsole Super NES, über welchen sämtliche Game Boy-Titel auf dem heimischen Fernseher gespielt werden konnte.

Als ob das nicht schon genug Anlass zur Freude wäre, bot das Gerät noch allerlei Extras. Die Spiele konnten fortan nicht mehr nur in ödem schwarz/weiss gezockt werden, sondern man durfte aus einer grossen Palette an verschiedenen Farbkombinationen diejenige aussuchen, welche einem am besten gefiel. Hatte es aber keine wirklich passende zur Auswahl, konnte man das Spiel ohne Probleme gleich selber mit eigenen Farben kolorieren und via Passwort festhalten.

Da die GB-Titel nicht über die Auflösung des Fernsehers verfügen, entschied man sich dem ganzen einen Rahmen zu verpassen. Zahlreiche hübsche Rahmen, von einem Kino bis zu einer ländlichen Gegend, stehen dabei zur Auswahl. Legt man den Controller für eine Weile zur Seite, so spielen sich zahlreiche witzige Ereignisse ab. Doch wem dies nicht passt, der kann auch hier seine Kreativität spielen lassen und einen eigenen Rahmen kreieren. Wer Lust hat, kann auch gleich selber direkt ins Bild hineinmalen.

Mit Erscheinen des Super Game Boys gab es fortan auch Titel, welche den Adapter speziell unterstützen. Donkey Kong war der erste Titel, bot dabei als Rahmen das original Arcade-Gehäuse und präsentierte sich in einer Vielzahl von Farben. Zudem gab es zahlreiche Soundeffekte, die auf dem GB gar nicht möglich gewesen wären. Titel wie Street Fighter II oder Wario Blast sorgten auch für Multiplayerunterhaltung auf dem SNES, was bei Spielen mit Link-Modus leider nicht möglich ist.

In Japan erschien sogar noch der „Super Game Boy 2“, welcher sich in schickem, transparenten blau präsentierte und über einen Linkanschluss verfügte, und damit Multiplayer-Duelle via Linkkabel an anderen Game Boys oder gar anderen TVs ermöglichte. Zudem konnte man nun auch vom Pocket Printer Gebrauch machen.

Der SGB wurde ein voller Erfolgt, sowohl Game Boy- wie auch SNES-User profitierten von der Möglichkeit und nutzten diese auch rege. Für Leute, welche bislang nur am GB gezockt haben, bot Nintendo mit dem „More Fun Set“ das ideale Paket an: Nebst SNES-Konsole und Super Game Boy wurde grad auch der Klassiker Super Mario World mitgeliefert.

- Seppatoni

Die PAL-Version des Super Game Boys. 

Der Super Game Boy 2 erschien aus-schliesslich in Japan